Nachfolger für Hagenuk DCS 50 - sinnvoll, jetzt zu wechseln?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von MartinSch, 6. März 2018.

  1. MartinSch

    MartinSch Beginner

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    Hallo.

    Schön erstmal, dass es so ein tolles Forum gibt, wo sich der technisch Unbedarfte Hilfe holen kann. I.d.R. leben Foren ja davon, dass es ein Nehmen und Geben ist - diesbezüglich muss ich gestehen, werde ich leider wenig zurückgeben können. Allerdings werde ich selbstverständlich berichten, wie unsere Erfahrungen dann mit einer etwaigen neuen Lösungen sind!

    Also, Ausgangspunkt: Betagte Hagenuk Anlage DCS 50, die noch einwandfrei funktioniert (deswegen auch das Fragezeichen, ob ein Nachfolger überhaupt sinnvoll ist). Die Anlage wird mit einem Anlagenanschluss betrieben, derzeit können wir bei 12 theoretischen Arbeitsplätzen (jeweils mit Telephon) zu sechst parallel telephonieren (was extrem selten passiert). Unser Vertrag ist wahrscheinlich ähnlich alt wie die Anlage (noch bei Arcor abgeschlossen) und ist immer zum Sommer bei Vodafone kündbar.

    Knackpunkt sind die Systemtelephone (Typ Hatec 4020), die wohl als einzige mit der Anlage kompatibel sind und langsam deutliche Zeichen der Altersschwäche zeigen (Tasten lassen sich nur noch schwer drücken, manche Telefone gehen gar nicht mehr). Da diese nicht mehr nachzukaufen sind, zeichnet sich die Endlichkeit unsers Konstrukts doch immer deutlicher ab. Fragt mich nicht, warum, aber an der ganzen Anlage kann man noch max. zwei spezielle, "normale" ISDN-Telephone (irgendein "Eurit") betreiben - aber eben nicht mehr, so dass der Gebrauchtkauf solcher Hatec-Geräte wohl die einzige Chance ist (hat jemand eine Adresse, wo es die geben könnte?).

    Aber man könnte die Anlage auch mit den bestehenden Telephonen sicherlich auch noch ein, zwei Jahre so nutzen.

    Gleichzeitig hört man immer, welche schöne Features neue Produkte bieten und möchte nicht als Digitalisierungsverweigerer gelten. Als Verlag mit munteren Outbound-Aktivitäten (Redaktion & Sales) höre ich natürlich ganz besonders hin, wenn - wie hier geschehen - ein Forist begeistert von seinen Erfahrungen mit der Kombination Wirecloud & Zoho berichtet.

    In einem Rutsch auch unser wenig lustvolles, stationäres CRM act! begraben zu können und den Prozess Telephonie -> Angebotsversand -> schlanke Dokumentation -> Einstellung einer automatischen Nachfassoption per Mail -> Ggfs. Rechnungserstellung und Schnittstelle zu Lexware smarter absolvieren zu können, klingt fast zu verlockend, als dass es so unproblematisch funktionieren könnte.

    Was raten die Experten: Sollen wir unserer Hagenuk-Anlage weiter die Treue halten oder bringen neue Lösungen auch echten Produktivitätsgewinn?

    Es dankt & grüßt herzlich

    Martin
     
  2.  
  3. telthies

    telthies Urgestein

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    Ich könnte mir vorstellen, daß @8818freak den Sorgen um Ersatzteile mit seinen Vorräten begegnen kann ;-)
    Die Anlage taugt, auch übermorgen noch, und eine frischere CTI findet sich auch günstig.
    Wo seid Ihr denn, so geographisch ?
     
  4. MartinSch

    MartinSch Beginner

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    Hi Telthies,

    danke für Deine Nachricht!

    Wir sitzen in München. Würdest Du die Hagenuk-Anlage also noch nicht in Rente schicken? Glaube, wir haben sie für viel Geld um das Jahr 2000 herum erworben und da hat man schon das Gefühl, dass wir damals noch mit Pferden zur Arbeit gekommen sind...also so vom technischen Entwicklungssprung, den Computer, Handys usw. seitdem gemacht haben. Auch, weil wir in der Materie so gar nicht drinstecken, denkt man sich "kann ja gar nicht sein, dass das Ding noch state-of-the-art ist.

    Die neuen Anlagen bringen uns somit nicht wirklich nach vorne, oder? So aus dem CRM mit Headset auf (finden die Kollegen eigentlich nicht so gut...aber ohne es wirklich ausprobiert zu haben...ist die Ablehnung gerechtfertigt?) heraus den Kunden anrufen, statt klassisch die Tasten zu tippen. Welche clevere Kombi aus Hagenuk-Anlage und "Telephonieren aus dem PC heraus" wäre denn da denkbar - das meintest Du doch mit der frischeren CTI, oder?

    Interessant ist, wir hatten neulich mit einem Konzern zu tun, der "Skype for Business" nutzt. Die Übertragungsqualität war miserabel und dann meinte der Ansprechpartner noch, dass kürzlich die ganze Chose für 2,5 Tage gar nicht funktioniert hat. Ein Mrd.-Unternehmen war dann telephonisch weitestgehend lahmgelegt. Will man ja auch nicht.

    Viele Grüße
    Martin

    P.S. Und wenn 8818 Freak da noch Bestände hat, werde ich ihn gleich mal suchen gehen...;-)
     
  5. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Das kann man so pauschal nicht sagen.
    Die Telefone mit den schwergängigen Tasten kann man vermutlich einfach mal reiningen, die defekten kann man u. U. schnell wieder zum Leben erwecken, wenn typische Defekte der Grund sind (kalte Lötstellen an neuralgischen Punkten, kaputte Kondensatoren).
    Ich erinnere mich da an eine Baureihe Nitsuko-Systemtelefone, die irgendwann im Handapparat ein sehr störendes Brummgeräusch bekamen. Grund war ein Kontaktproblem des Freisprechmikros. 20 Minuten Arbeit -> Telefon von "unbrauchbar" zu "wie neu" repariert.
    Aber: das muss auch jemand machen, und wenn man es nicht selbst kann oder will, muss man auch dafür jemanden bezahlen.

    Gegen den Erhalt der Anlage spricht zum Beispiel das Problem, dass man bei einem Defekt nicht mal eben schnell in den Laden gehen und ein Ersatztelefon kaufen kann. Dem kann man vorbeugen, indem man sich mit Gebrauchtteilen bevorratet, aber ein Allheilmittel ist das natürlich auch nicht, denn auch ein gebrauchtes Ersatzteil im Bestzustand ist dann ~20 Jahre alt.

    Das ist in vielerlei Hinsicht sicherlich korrekt. Du kannst ja mal überschlagen, welche Sprünge der PC so seit "um 2000" herum gemacht hat, oder Handys...

    Es gibt so Technologien, wenn da ein mal eine neue Variante auf dem Markt ist, da weiß man "Das will ich ab jetzt haben und nichts anderes mehr."
    Beispiele für solche Sprünge sind für mich Rollkugelmaus->optische bzw. Laserabtastung, Röhrenmonitor->TFT, und beim Telefonieren würde ich durchaus den Wechsel von "3,1 kHz-Audio" zu "HD" sehen.
    Im Mobilfunknetz ist das schon praktisch Standard, und der Ottonormaluser telefoniert ja immer mehr ausschließlich mit dem Handy, jenachdem, mit wem man so zu tun hat, ist der Anteil der Gesprächspartner mit "Schmalbandaudio" bereits die Minderheit und man klingt "alt".
    Da wäre dann die Frage: was machst du (bzw. wen rufst du an), wenn bei deiner Anlage urplötzlich die Lichter ausgehen sollten, oder wenn einfach nur mal Änderungen an der Konfiguration anstehen? Die Menschen, die sich mit diesem Anlagentyp auskennen, werden nicht mehr...

    Ob bzw. wie gut sich die Anlage ver-CTI-en lässt, da kann auch Kollege @8818freak sicherlich etwas zu sagen.
    Aber nur nochmal um sicher zu gehen: die Mitarbeiter hacken den ganzen Tag händisch Telefonnummern ein? Also eine simple CTI-Lösung würde hier locker einen Produktivitätsgewinn bringen, weil das Wählen nur noch einen Mausklick dauert...

    Auch die Variante "Headset" steht bei mir immer weit oben, wenn es um Vieltelefonierer geht. Wenn die Mitarbeiter es strikt ablehnen, kann man da wohl nichts dran ändern, aber das sollte man dann schon durchaus ausprobiert haben.

    Mit der Umstellung von ISDN auf VoIP habt ihr wahrscheinlich noch ein paar Jährchen Zeit, so Vodafone zu ihrem Wort steht. Ansonsten kann man die Anlage danach dann über ein SIP-Gateway weiter betreiben, das geht aber naturgemäß mit Qualitätseinbußen einher, da ein zusätzliches Gerät in der Kette hängt, das die Sprachdaten wandeln muss.


    Für eine Neuanschaffung kann sprechen, dass man bei einer modernen Anlage auf IP-Basis keinen dedizierten "Kasten an der Wand" mehr benötigt. Es lohnt sich, dann auch mal "links und rechts" von der Telefonie zu gucken, weil man bei einer Modernisierung mehrere Dinge mit einem Abwasch erledigen kann.
    Wie werden die ~12 Arbeitsplätze denn aktuell betrieben/gewartet? Sind das Einzelplatz-PCs? Gibt es einen Server?
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2018
  6. Boby

    Boby Beginner

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    Ich würde wechseln..Man soll auf jeden Fall probieren!
     
  7. MartinSch

    MartinSch Beginner

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    Viel Input von Dir, vielen Dank!

    Es gibt einen Server (genau genommen zwei, ein PC für kaufm. Anwendungen und ein Mac für Kreation), die Rechner gehen darüber bzw. den Router ins Netz. Die Telefonanlage ist komplett wartungsfrei (bis jetzt *klotz auf Holz*) - das einzige, was wie gesagt mal Scherereien macht, sind defekte Telephone. Da wir mal mehr Leute gewesen sind, ist das bis dato noch kein Problem.

    Und es ist tatsächlich so, dass die Nummern eingetippt werden. Wobei der "Spitzenreiter", was das Telephonieren betrifft, so am Tag auf vielleicht max. 20 Nummern kommt. Viele telephonieren auch nur vier bis fünf Mal am Tag. Welche simple CTI-Lösung hättest Du da im Kopf für uns?

    Wie sagen die Computerexperten immer "Never touch a running system" - und derzeit läuft es ja bei uns problemlos. Aber ist es üblich, Anlagen so lange in Betrieb zu haben? Denn wir möchten natürlich auch "nicht mit einem Messer zu einer Schießerei kommen", um mal eine Analogie aus einem Filmklassiker zu bemühen (Quizfrage: Welcher Film?).

    Herzlicher Gruß
    Martin
     
  8. cpuprofi

    cpuprofi Schon ein paar Mal da gewesen

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    Antwort: THE UNTOUCHABLES
     
  9. retrofreak83

    retrofreak83 Schon ein paar Mal da gewesen

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    Was bedeutet "Rechner gehen darüber bzw. den Router ins Netz"? Also "beziehungsweise" gibts da eigentlich nicht.

    Ggf. lohnt es sich, da mal aufzuräumen. Was für Mac-spezifische Dienste macht der Mac-Server denn?
    Zum Thema Modernisierung: so Standard Bürorechnerumgebungen kann man in der Regel auch mal eben auf einem Server zentrieren und an die Rechner per Terminalserver heranführen, statt dass jeder Rechner für sich "rechnet" und auch dem entsprechenden Strom verbraucht und Hardware mitbringt (CPU-/GPU-Leistung, HDD), kann man das einen Server machen lassen, der sowieso immer da und in Betrieb ist. Damit kann man sowohl Fix- als auch laufende Kosten sparen. Und eine moderne Telefonanlage ist eh nur noch ein Stück Vermittlungsstelle in Software geschrieben, das macht für die paar Nebenstellen ein Server auch mal eben nebenbei -> und schon hat man "den Kasten an der Wand" auch eingespart.

    Das ist zumindest, was man mit Stand der Technik heute leisten/optimieren kann. Im Detail kann man das nur beantworten, wenn man sich deine IT auch mal im Detail anschaut.

    "Make up your mind", wie der Brite sagt. Entweder willst du das Bestehende erhalten oder bist bereit, in etwas neues zu investieren.
    Ich sehe bei dir viele Argumente für "Es ist doch alles gut so, wie es ist" und "Ach wir haben die Anlage schon so lange und sie ist uns so treu, und die neuen Sachen sind doch eigentlich nur Luxus", aber nicht, ohne jedes mal zu fragen "Soll ich mal was neues kaufen?"
    Telefonanlagen sterben ihren Tod gerne bei Stromausfällen oder Umzügen.
    Deine Interpretation dieses Sprichwortes ist genau die, die einen früher oder später in Teufels Küche bringt.
    Was damit gemeint ist, ist "Fummel' nicht an Systemen herum, die gerade eine Funktion im Produktivbetrieb übernehmen."
    Also, was vermieden werden sollte, sind so Aktionen wie "Ach, ist doch nicht so schlimm, dass gerade der Jahresabschluss gemacht wird, ich installier mal eben schnell die neue Version der FiBu-Software."

    Die Fehlinterpretation dieses Sprichwortes wäre "Wenn ein System erstmal läuft, fass es bloß nicht mehr an." und führt zu solchen Dingen wie "Hey guck mal wie stabil unser Server läuft, schon seit einem Jahr ohne Reboot", aus denen dann schnell ein "Oh mein Gott, hoffentlich muss ich den Server nicht neu starten, der läuft jetzt schon seit 5 Jahren ohne Reboot" wird.

    Was ist schon üblich? Ich weiß von Betrieben, wo noch Anlagen laufen, die keinen ISDN-Amtsanschluss kennen.
    Wie bereits erwähnt: es hat alles seine Vor- und Nachteile.
    Ich würde es vor allem auch daran fest machen, wie es mit Ersatzteilversorgung und Know-How ausschaut.
    Nochmal die Frage: Nehmen wir an, du kommst Montag früh ins Büro und die Telefonanlage ist komplett tot, nichts regt sich mehr. Wen rufst du dann an? Kennst du mehr als eine Person, die dir helfen kann?
     
  10. 8818freak

    8818freak Urgestein

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    CTI kann die Anlage nicht, aber bis zu 78 Nst. Nst können a/b, SysTel (Hatec 4010 und 4020) sowie S0 Endgeräte sein. Gebaut wurde sie bis 1996. Die Anlagen sind extrem langlebig! Ich selber betreue noch eine. Ersatzteile habe ich und dann noch eine Fa. in Lüdenscheid, mehr Firmen, die die Systeme noch betreuen, kenne ich nicht. Die hängenden Tasten kann man sicher reparieren...
     
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