Agfeo fur ambulante OP-Zentrum?

Dieses Thema im Forum "Kaufberatung" wurde erstellt von Carter_John, 6. Februar 2019.

  1. Carter_John

    Carter_John Beginner

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    Guten Morgen,
    Ich betreibe mit 5 ärztlichen Kollegen ein ambulantes OP-Zentrum und wir bezihen bald neue Räumlichkeiten und steigen dann natürlich auf VoIP um.
    Haben 12 Angestellte, brauchen für die neue praxis 4-5 systemtelefone und dect-Anlage mit 6-7 geraten.

    Macht man da mit der agfeo 522 und dect-Telefonen IP 60 was falsch?
    Der Elektriker unseres Vertrauens arbeitet mit agfeo zusammen und vertreibt und betreut diese Anlagen, agfeo ist ja Bielefelder unternehmen. Wir sind in Bielefeld.

    Oder gibt’s schlagkräftige Argumente für eine andere Lösung?

    Vielen Dank
     
  2.  
  3. tobiasr

    tobiasr Regelmäßig anwesend

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    Ohne jetzt mobil mir die Geräte anzusehen:

    Wie groß ist die Fläche für die dect Ausleuchtung. Vielleicht schickst du uns sogar einen (bemaßten) Grundriss.

    Es ist fast egal ob der Hersteller in der gleichen Stadt oder am anderen Ende der Welt sitzt. Wenn er guten Support anbieten will - kann er das von überall. Agfeo tut dies nur für Fachhändler.

    Das heißt du brauchst einen verlässlichen Partner.

    Auerswald und Agfeo haben lange Zeit auch IP Verbindungen durch das ISDN Koppelfeld geleitet. Das bringt erhebliche Probleme.

    Sollte das immernoch so sein, würde ich eher von abraten.
     
  4. Carter_John

    Carter_John Beginner

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    Die Fläche beträgt 630 qm, ausreichend dect-Knotenpunkte sind vorgesehen.

    Wankst ein kompletter Neubau. Der Elektriker, der die ganze IT, stromverkavelung etc. geplant hat und ausführen wird, ist auch Fachhändler und kümmert sich um die Telefonanlage.
    Zusammenarbeit bisher mit denen: TOP.

    Von ISDN-Koppelfeldern hab ich keine Ahnung, es ist ein VoIP-Anschluss mit 100 MBit-DSL-Leitung.
    ISDN-Leitungen gibt’s da nicht.
    Router ist eine fritzbox 7490.
    Über die Telefonanlage soll/wird (so die Planung) auch die Türsprechanlage und Türöffnung laufen. Es wird alles neu installiert, also gehe ich davon aus, dass alles aufeinander abgestimmt wird.

    Nur ein anderer Kollege schwärmte jetzt von einer Mitel-Anlage und hat mich etwas verunsichert.
     
  5. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Auerswald bietet meines Wissens bis heute kein System an, das nativ HD-Audio unterstützt. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Sollte das bei Agfeo (auch/noch) so sein, kann man in punkto Sprachqualität nur davon abraten.

    Nichts gegen den "Elektriker des Vertrauens", aber ich habe allzu oft die Erfahrung machen müssen, wenn bei Kunden der "Elektriker des Vertrauens" an der Telefonie dran war, war die Wahrscheinlichkeit für Ärger und Nacharbeiten ziemlich hoch. Es kam auch öfter vor, dass wir dem Kunden mit seinem gerade fertig verkabelten und verputzten Objekt viele Wünsche nehmen mussten, weil die Gebäudeverkabelung halt leider ein paar Jahrzehnte an dem Stand der Technik vorbei ausgeführt worden ist.

    Nichts für ungut, aber Elektrik und Telefonie sind zwei verschiedene Dinge. Ich lasse mir auch nicht vom Autoverkäufer mein neues Sofa planen, bloß weil beides irgendwie mit Sitzen zu tun hat :)

    Speziell wenn neue Räume bezogen werden *und* VoIP ansteht, sollte die ganze Installation dringend von der Netzwerk- denn (klassischer) Telefonie-Seite betrachtet werden -- und ist damit in der Regel noch weiter von dem entfernt, was ein Elektriker für gewöhnlich lernt bzw. macht. Für eine - neudeutsch - "tolle Telefonieerfahrung" braucht es eine gescheite Infrastruktur. Also reden wir mindestens mal von einem vernünftigen Switch, Router und Internetanbindung.
    Bevor man mit einem Mehrzellen-DECT loslegt und einfach mal irgendwo Kanalelemente hinschraubt, sollte eine Ausleuchtungsmessung erfolgen.

    Und wenn ihr eh schon alles auf modern macht, kann man sich auch die Frage stellen, ob es für die Telefonie denn überhaupt noch einen extra Hardwarekasten für die Telefonie braucht. Geräte wie die Elmeg be.IP (Plus) bieten Router, Modem und eine ganz brauchbare TK-Anlage in einem Gerät. Server wird es bei euch sicherlich auch den einen oder anderen geben, auch dort wäre Potential, eine Telefonanlage rein in Software laufen zu lassen. Viel Wumms braucht man vom Server nicht dafür, denn, im Gegensatz zu klassischen TK-Anlagen, wird bei VoIP die Hauptleistung von den Endgeräten und "dem Netz" (also Switches/Router) erledigt, die "Zentrale" hat nur noch vermittelnde und steuernde Aufgaben und "sieht" bestenfalls nicht ein Audiopaket.
     
  6. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Eine Ausleuchtungsmessung hat also schon stattgefunden, das ist gut. 7 Mobilteile und 600m² plus sind schon nicht so ganz wenig. Bei den Agfeos weiß ich es nicht, aber in der Regel hat man was um die 8 Kanäle bei Schmalbandaudio und 4 Sprachkanäle bei HD, da muss man dann schon mit entsprechenden Überlappungen arbeiten, wenn man sich nicht selbst ins Aus schießen will (4 Mitarbeiter treffen sich da, wo gerade noch ein fünftes MT eingebucht ist -> einer kann nicht mehr telefonieren)
    Als das Gerät, mit dem euer gesamter Praxisbetrieb steht und fällt, wird also ein Gerät eingesetzt, von dem der Hersteller immer wieder betont, dass sie ausschließlich für den Privatkundenbereich entwickeln und arbeiten und das ihre Produkte ausdrücklich *nicht* für den gewerblichen Einsatz gedacht sind? Das nenne ich mutig.

    Ich sag mal so: ja, Mitel baut durchaus gutes Zeug. Wobei Mitel nicht Mitel ist, da sie in den letzten Jahren mehrere andere TK-Anlagen-Hersteller geschluckt haben, bestimmte Linien im Wesentlichen unverändert weiter gebaut werden, nur dass jetzt überall Mitel drauf steht. Da kommt es also schwer drauf an, von welcher Modellreihe man spricht.

    Aber ein Produkt rein auf der Aussage "Das ist ein guter Hersteller" oder "Damit kann man nichts falsch machen" zu wählen, finde ich etwas waghalsig, zumal TK-Anlage + DECT-Basen + ~12 Endgeräte ja durchaus eine Investition sind -- wenngleich vermutlich ein Witz gegen die Kosten, die die Neuanschaffung eines mittleren Medizingerätes gerne mal so mit sich bringt :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Februar 2019
  7. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    PS: Ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut: auf der Webseite von Agfeo konnte ich spontan keine Informationen bezüglich Breitband-Audio finden. Im Gegenteil: in der Doku zu dem IP DECT findet sich sogar der Hinweis, dass man den HD-Audio-Codec G.722 deaktivieren soll, weil "das LAN-Modul" ihn nicht unterstütze. Ich bin kein Agfeo-Experte, aber ein gutes Zeichen ist das jetzt nicht.

    Zur Erklärung: mit HD-Audio ist gemeint, dass das telefonieren nicht mehr so dumpf klingt wie das früher üblich war, sondern klarer, eher wie ein Skype-Gespräch. So ist es heute eigentlich die Regel, wenn man von Handy zu Handy anruft oder "Telefonate" über das Internet statt Festnetz führt (z. B. Apple Facetime oder WhatsApp-Anrufe).
    Diese Qualität bekommt man auch im Festnetz und die Fähigkeit des Amtsanschlusses bei VoIP dazu geschenkt -- WENN denn die Telefonanlage und die Endgeräte dies unterstützen.
    Für mich ist die verbesserte Sprachqualität nachwievor Grund Nr. 1, VoIP zu favorisieren. Und das sollte man sich nicht verbauen, indem man auf ein System setzt, was das grundsätzlich *nicht* kann.

    Hier hast du ein kleines Beispiel, wie sich die beiden Varianten im Vergleich anhören:
     

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