ISDN Abschaltung

Dieses Thema im Forum "Telekommunikation Allgemein" wurde erstellt von mikebatt, 12. März 2019.

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  1. mikebatt

    mikebatt Schon ein paar Mal da gewesen

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    Ende 2018 wollte die Telekom alle ISDN Anschlüssen umgestellt haben.

    Nun haben wir 2019. Wie weit ist der Wunsch der Telekom denn fortgeschritten?

    Gibt es Pläne, wann welche Gebiete umgestellt werden?
     
  2.  
  3. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Nach meiner Kenntnis:
    Mehrgeräteanschlüsse werden - ich behaupte mal frech bundesweit - aktiv gekündigt, egal ob PK oder GK.
    Für einen Standort in NRW haben wir jüngst gefragt: PMX-Neuanschlüsse nicht mehr möglich.

    Es würde mich nicht wundern, wenn sie bald damit beginnen werden, Kunden zwangsumzustellen. Zumal sie ja offenbar Vermittlungsstellen-Gebäude für "Edge Computing" bei 5G nutzen wollen, also den Platz brauchen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. März 2019
  4. telthies

    telthies Urgestein

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    Ich denke mal, sie kommen beim Glasfaserausbau nicht so schnell voran, wie sie wollten. Die Umstellungen der Netztopologie noch mit Kupfer hinzumurksen, scheut zu Recht wohl selbst die Desaster Queen Teledumm. In der Praxis spricht die Realität immer mehr mit als am grünen Tisch. Aber am Willen zur Abschaltung ändert das nichts - das wird so vorangetrieben, außer den Komplikationen bremst das nichts mehr.

    Fragst Du spaßeshalber, oder berührt es konkrete Projekte akut ?
     
  5. mikebatt

    mikebatt Schon ein paar Mal da gewesen

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    Habe einen Anlagenanschluß und auf der Rechnung steht 6 Tage Kündigungsfrist. o_O
    Aufgrund der Zuverlässigkeit bleibe ich natürlich beim ISDN, solange es geht.
    Derzeit ist geplant, nach einer (An-)Kündigung der Telekom zur Deutschen Telefon zu wechseln.
    Meine Telefonanlage kann IP, nur so von heut auf morgen ist das ja auch nicht umprogrammiert.
     
  6. SK

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    bei uns in Sachsen-Anhalt ist die T-Systems grad dabei, die ganzen ISDNer mit DSL umzustellen. Angeblich gibst da auch einen Fahrplan, der besagt, dass am Ende 3. Quartal '19 die Umstellungen komlett durch sein sollen. Bei uns werden mittlerweile auch aktiv Durchwahlanschlüsse gekündigt.
    Das "geniale" daran: z.B. in Magdeburg gibt es noch viel OPAL. Da haben auch wir ein Objekt mit 2 Mehrgeräteanschlüssen und je 16k DSL wo die Knalltüten uns nicht mal ne Alternative anbieten können. Das heißt es dann: entweder Call Basic (also analog) oder SIP-Trunk über Fremdanbieter (in einem Haus wo nur OPAL liegt) oder SIP-Trunk über LTE in einem Technikraum im untersten Keller, wo schon auf dem Hof der Empfang miserabel ist.
    Ich denke, auch auf Grund der bisher liegen gebliebenen Anschlüsse bei der T-Systems wird das auch dieses Jahr noch nicht komplett erledigt sein.
     
  7. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Ich verstehe bis heute nicht, warum man HKZ am Leben lässt, was ISDN technisch deutlich unterlegen ist und im Alltag Probleme macht, allein wegen "reingemurkster" Signalisierung. Sie bräuchten einfach nur ISDN-Linecards in ihre MFGs stecken und der Drops ist gelutscht. Aber man kann natürlich mehr Umsatz generieren, wenn man Kunden erzählt, ihre ISDN-Anlage würde unbenutzbar und so haufenweise neue Anlagen und (Miet-(!))-Gateways verkaufen kann.

    Die Umstellungswut treibt bisweilen hier auch seltsame Blüten (Gibt sicherlich Prämien für Regionalvertriebler). Ein Kunde hängt in einer eigentlich gut versorgten Stadt am allerletzten Ende des Hauptkabels und bekommt mit Ach und Krach 2 MBit ADSL. Der ISDN-Anlagenanschluss wurde - gegen anderslautende Regeln - dazu migriert. "Das heißt, der Kunde kann sich dann jetzt entscheiden ob er im Internet surfen oder telefonieren können will?". Antwort vom Vertrieb: "Ja, genau so."
     
  8. bytegetter

    bytegetter Beginner

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    Für ISDN werden die Bauteile knapp und ist eine Europäische Besonderheit. Der Markt ist einfach nicht mehr da.
     
  9. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Ich rede nicht von EWSD/S12, ich rede davon, dass das *aktuelle* Zeug, die MSANs, die überall auf den Straßen ausgekippt werden, neben Einschüben für HKZ (Linecards) auch welche für ISDN gibt.
    S. Z. B. Hier: IP-MSAN - KEYMILE
    Das ist garnix knapp, das braucht man einfach nur zu kaufen. Und das könnte man sicher gut refinanzieren, indem man ISDN-Anschlüsse einfach weiter zu den realitätsfernen Konditionen anbietet wie bisher. Denn der Wartungsaufwand der großen alten ISDN-Schränke fällt ja so oder so weg.
     
  10. bytegetter

    bytegetter Beginner

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    Auch da gehen die Bauteile für ISDN aus. Einige Hersteller von Telefonanlagen haben genau deshalb Anlagen abgekündigt, weil sie keine Bauteile mehr bekommen.
     
  11. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    Kannst du da mal konkreter werden? Klar dass mal ICs abgekündigt werden, die 10+ Jahre unverändert gebaut worden sind. Was sind Beispiele für TK-Anlagen, die deswegen abgekündigt wurden?
     
  12. telthies

    telthies Urgestein

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    Was meinst Du mit reingemurkster Signalisierung bei HKZ ?
     
  13. retrofreak83

    retrofreak83 Regelmäßig anwesend

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    "Reingemurkst" ist vielleicht etwas unglücklich gewählt. Was ich meine, ist, dass Endgeräte keine eindeutige Möglichkeit haben, den Zustand der Leitung festzustellen. HKZ ist halt so "designed" worden, dass der Mensch das tun soll. Leider sind ja auch so ziemlich alle Arten von Anschaltgeräten nur mit dieser Schnittstelle verfügbar, was in der Praxis immer wieder Probleme macht.
    Ich denke da an Durchsagen wie "Frau Müller bitte zur Anmeldung! ... TUUUUT - TUUUUT - TUUUT *ende*" oder der handelsüblichen Oma Erna, die das mit dem Auflegen nicht mehr so zuverlässig hinbekommt und dann nach dem letzten Telefonat bis auf weiteres telefonisch nicht erreichbar ist, weil die Verbindung seitens der VSt schon längst völlig "gekappt" wurde, das Telefon aber noch "abgenommen" ist.
    All diese Dinge, wie auch eine Übermittlung von Rufnummern die nicht mit 20 mal Gratisklingeln realisiert wurde oder weiteren Metadaten zu einem Telefonat (wird umgeleitet, wird gehalten...) und eine "R-Taste", die wirklich immer zuverlässig funktioniert, bietet ISDN. Wie auch diverse andere Vorteile, z. B. dass die Leitung überwachbar und damit grundsätzlich fernüberprüfbar ist.

    Und diese ganzen Vorteile wirft man eben über den Haufen und favorisiert stattdessen eine technisch unterlegene Version.
     
  14. telthies

    telthies Urgestein

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    Ach so ... mich verwirrte, daß Du speziell HKZ erwähntest (da IKZ glaube ich nur noch die vor Bötsch geborenen kennen) *LOL*
    Entsprechend hätte ich eher allgemein von POTS gesprochen. Und letzteres finde ich sinnvoller parallel zu VoIP zu erhalten - denn POTS liegt immerhin nahe an dem, in was das Signal für den analoge Hörorgane verwendenden Menschen ja ohnehin nochmal gewandelt werden muß. Eine Parallelität von ISDN und VoIP halte ich für entschieden unglücklicher, da zwar beide digital sind, aber eines längs und eines quer (leitungs- vs. paketvermittelt). Während die Umsetzung zwischen Analog und nur einem der beiden Digitals simultan in einem Modem erfolgen kann, kostet die Wandlung zwischen dem einen und dem anderen Digital schon mehr Bearbeitung(szeit). Zudem kann ISDN sich nicht beklagen, es war ein Zwischenschritt, und andere Pausenclowns dürfen weit weniger lange die Bühne innehaben. Mit dem ISDN auch den Geist von Siemens zu vertreiben, scheint mir in der Ära Unify auch nur konsequent und ratsam.
     
  15. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Sehe ich genauso.
    Zumal, und unsere Avantgarde hier weiß das, daß immer wieder Artefakte entstehen, wenn mehrstufig 'echo canceller' im Signalweg liegen.
    Mit der Analogvariante hat man "reinrassiges" VoIP, man muß sich das VoIP-Telephon quasi zweigeteilt vorstellen, teils im Apparat, teils im MFG.

    Kommt hinzu:
    Durch Merkels "nun sind sie einmal da" - Politik haben wir perspektivisch 50% Nachwuchs an den Schulen ohne jede Unterstützung von zuhause. Teilweise inzestuös gezeugt, mit schwersten Ausfallerscheinungen.
    DENEN möchten Tobias oder Retro "ISDN" erklären?

    Zweidraht-Analog, das kann man den Söhnen Allahs gerade noch erklären - natürlich nicht, wie eine Gabelschaltung funktioniert, aber wie man es anschließt.


    Also: Es war klar richtig, Analogtelephone anzubieten. Zumal ISDN - Endgeräte vom Markt verschwinden werden, während für die kongolesischen Kaffer nach wie vor Analogtelephone produziert werden.
     
  16. retrofreak83

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    Achso. Da es keine klare Definition gibt, erlebe ich, dass je nach "Background" die Leute nur mit einem der Begriffe "a/b", POTS, HKZ, FXS etwas anfangen können.
    Das klingt für mich ein bisschen wie "Also Einspritz-Benziner wollen wir nicht mehr zulassen, aber Vergaser ohne Kat schon noch, da riechen die Abgase schöner."
    Wenn, dann hätte man dann sich doch einfach mal komplett davon verabschieden können und ein gespeistes DSL entwickeln. Wieviel da zu entwickeln gewesen wäre, wäre sogar noch die Frage, denn Uk0+ADSL ist ja das ja im wesentlichen schon. Die Leute bekommen ein "NTBA 2.0" mit DSL-Modem und Mini PoE-Switch nach hause. Und schon hat man nun wirklich alle Vorteile auch im Haus und gleich auch noch den Anbieter in der Pflicht, für Notstrom zu sorgen. Fernwartbar, Überwachbar, und man könnte sich neben den ISDN-Telefonen auch gleich die Produktion von Analogtelefonen sparen. Aber: da müsste man natürlich investieren und hat weniger Handhabe, um weitere Produkte dazuzuverkaufen.

    Und zwar weil ?
    Die ganzen PEBs und PEFs kamen mal aus einem Laden mit demselben Namen, haben aber schon lange nichts mehr mit denen zu tun. Und ISDN-Käfer werden ja auch noch von ein paar mehr Firmen gebaut.

    Irgendwie muss ich gerade an die Generation denken, die ein Headset an ihren Supercomputer im Taschenformat angeschlossen hat, und dann kommuniziert, indem sie das Telefon wie eine Tafel Schokolade vor's Gesicht hält.
    Wenn du dir Sorgen um den Bildungsstand in unserem Land machst: ich hatte schon eine Diskussion mit Master-Studenten, also Menschen, die bereits über einen berufsqualifizierenden Abschluss verfügen, die an einer Übungsaufgabe scheiterten, weil ihnen das Konzept "lokbespannter Zug mit Steuerwagen" nicht geläufig war.
     
  17. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Ja, aber die landen, wie Margarete Stockowaski, beim SPIEGEL und dreschen dort ihr Dummstroh auf den Köpfen der Jungleser.
    Auch nicht viel schlimmer als Kurt Ziesel, Peter Hahne oder Theo Sommer.

    Telefonmonteur wollen die gar nicht werden.

    Übrigens könnte ICH mir ein glückliches Leben als Telephonmonteur vorstellen.

    Whatever, wir brauchen eine Technik, die "begreifbar" und erlebbar ist. Das, was Ihr in Eurem Elfenbeinturm vorschlagt, hat es übrigens schon 'mal gegeben:
    HYTAS. Ge-ni-al. Ein fürstliches Geschenk an den Ossi. Und was war? Zurückgeschickt hat er es, der Ossi.

    Und nochmal: Wo willst Du ISDN - Endgeräte hernehmen, zukünftig?
     
  18. telthies

    telthies Urgestein

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    *LOL*
     
  19. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Hast Du schon einmal eine valide Aussage vom Vertrieb erlebt ? Na also.

    Bei meiner Schwester privat bestand das gleiche Problem. Ihr wurde auch gekündigt. Alternativen gab es nicht.
    Sie hatte mit Glück DSL 1.000 mit 256 KBit/s Up- und 2 MBit/s Downstream.

    In Zusammenarbeit mit Hartmut ("cpuprofi") haben wir dann den ZUGANG auf DTS umgestellt. Dadurch war die Telekom gezwungen, im HVT die Leitung an einen anderen DSLAM ohne "ISDN-Splitter" zu hängen, nun hat sie ADSL2+ Annex J.
    Ergebnis (ich gucke jetzt extra auf dem Router nach):

    | Daempfung-Downstream-dB 19.0
    | Daempfung-Upstream-dB 10.0
    | Datenrate-Downstream-kbps 15895
    | Datenrate-Upstream-kbps 2600
    | DSLAM-Chipsatzhersteller Broadcom
    | DSLAM-Hersteller 0x0000"0000"
    | DSLAM-Seriennummer "00000000000000000000000000000000"
    | DSLAM-Version ""
    | Erreichbare-Datenrate-Downstream-kbps 15956
    | Erreichbare-Datenrate-Upstream-kbps 2625

    Das sollte für JEDEN Privathaushalt, in dem halbwegs intelligente Menschen leben, dicke ausreichen.
    Alle anderen sind noch nicht reif für das, was von elementaren Grundkenntnissen befreite Vollidioten als "Digitalisierung" akklamieren. Im schönen Aying, wo ich drei Jahre wohnen durfte, gab es nur die Hälfte - und schon das erwies sich meiner Erfahrung nach als völlig ausreichend.

    Mit 16 MBit/s kannst Du sogar "Downton Abbey" via "Amazon Prime" streamen. Meine schreckliche Frau tut dies aus Bequemlichkeit, obwohl wir die DVDs haben.


    Im Moment ergeben sich eigentlich nur zwei interessante, praktikable Alternativen:

    a) Die Telekom hat ein "MFG" hingestellt
    Dann läßt man sich dort anschließen.

    b) Man hängt noch länger am Haupkabel
    Dann wechselt man UNBEDINGT den Anbieter.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. März 2019

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