Sängerstreit, Ursprung: Anlage gesucht für Apotheke

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Koppelfeld, 10. Oktober 2014.

  1. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Ihren alten PC ? Singular ?? ****** KREIIIIIISCH ****** *bumm* *bumm* *bumm* -- und noch ein dickes Hörnchen auf der Stirn.
    Das ist doch nicht nur ein PC ! Bei jeder Anlage, die auf sich hält, sind es mindestens vier!
    Natürlich alles "Windows" in unterschiedlichen Verwesungsstadien, von Lose 98 bis Lose 2000 - aber nicht älter. Und die nehmen auch keinesfalls mehr als 1.500 Watt auf.

    [Anm. telthies: Im Ursprungsthread muß man sich noch diesen http://www.telefonanlagenforum.de/forum/kaufberatung/anlage-gesucht-fuer-apotheke-t5488.0.html;msg31015#msg31015 Beitrag vor den nächsten denken]
     
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  3. telthies

    telthies Urgestein

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    ich meinte nicht die Serverzoos, die für irgendeine HiPath, Integral o. dergl. das Faxen übernehmen oder gar als Gebührendrucker-Interface im Einsatz sind, sondern die hier und in anderen Foren häufigen beim Umstieg auf Windoof 7 als für die Programmierung einer Telefonanlage als zu behalten beklagten Vorgänger-PC´s

    [Anm. telthies: Im Ursprungsthread muß man sich noch diesen http://www.telefonanlagenforum.de/forum/kaufberatung/anlage-gesucht-fuer-apotheke-t5488.0.html;msg31017#msg31017 Beitrag vor den Nächsten denken]
     
  4. reini5555

    reini5555 Urgestein

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Der Wunsch alles selbst zu machen, geht eben nur in dem Rahmen, wenn man sich in der Spielecke Elmeg / Agfeo bewegt.
    Kommt der Wunsch eben nach einer richtigen Telefonanlage, wo auch entsprechende Ausstattung und Leistungsmerkmale hat, reicht die sog Vorbildung "Elektroberuf" nicht aus.
    Nicht umsonst muss für richtige TK Anlagen eine Schulung gemacht werden, solche Anlagen können alles, aber eben nur so viel wie der Programmierer dahinter.

    Und zum Schwachsinn Knebelverträge, wer geht mit dem Hersteller bei so wenig Nebenstellen ins Bett?
    Es gibt genug Errichter welche einfach die Anlage verkaufen, aufbauen und die Erstinbetriebnahme durchführen. Dem Kunden die Administration erklären, damit sind schon mal die kleinen Änderungen selbst durchgeführt.
    Ja damit ist der Kunde unabhängig.

    Es kommt wohl keiner auf den Einfall, ich habe den Autoführerschein und kann gleich Formel 1 fahren oder gar gewinnen.
    Leider wird in kaum einem Gewerk, wie der Elektrotechnik (dazu zähle ich auch das Telefon) so viel Pfusch an den Mann gebracht. Im Fall der Telefonanlage gehen dem Kunden Anrufe verloren, und ist mal nicht erreichbar, kostest Geld und vielleicht auch den Ruin, hat aber den Vorteil, es ist nur Geld, was wegen so was verbrennt wird.
    Der nächste sagt, ach es sind nur drei Drähte, die Steckdose schließe ich selbst an, ich lasse mich doch nicht knebeln, und wenn die Hütte abbrennt, ach was soll es, dann baut man neu auf.

    Es gibt einfach für jeden Dinge, wenn man seriös ist, wo man gleich sagt, "ist nicht mein Spezialgebiet da gibt es andere, die können das", oder man versucht sich selbst mit mäßigem Erfolg, und verliert damit nicht nur einen Kunden, sondern eben den Ruf.
     
  5. Kalle2013

    Kalle2013 Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Die Konfiguration einer Telefonanlage per Webinterface ist also eine Spielecke? Oder liegt es wieder am Kunststoffgehäuse das du selbst professionelle Telefonanlagen als "Spielecke" bezeichnest?

    Das der normale Anwender nicht alle Möglichkeiten kennt und vieles deshalb auch nicht ausnutzt, heisst aber noch lange nicht das es nicht geht.
    Und Zuverlässigkeit gibt es auch bei Einplatinensystemen in einem Kunststoffgehäuse.
     
  6. Koppelfeld

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Das hätte reini kaum treffender bezeichnen können.

    Wenn es irgendetwas gibt, das ungeeigneter ist zur Konfiguration einer TK-Anlage, dann ist das ein "Webinterface". Und es ist nicht nur ungeeingnet, sondern gefährlich obendrein. In mehrfacher Hinsicht. Zum einen ist jeder Webserver ein gern zerlegtes Angriffsziel. Zum anderen suggeriert er manchen Mesnschen, "Oh, das ist einfach, weil ich mit der Brause draufkann".

    Dummerweise signalisiert ein Webinterface diese vermeintliche "Einfachheit" genau den Versagern, die man GANZ SICHER NICHT eine Telephonanlage konfigurieren läßt, als Formel: Webinterface + User = Dilettantismus im Quadrat. Der Effekt von sowas orientiert sich an der Attitüde, die es lustig findet, eine geladene UZI in den Schimpansenkäfig zu schmeißen.

    Das Ergebnis erlebe ich jeden Monat ein- bis zweimal, wenn wieder jemand mit dem webbasierten "Operations Navigator" auf einem der von mir betreuten Systeme war.

    Viele, wenn nicht die meisten TK-Systeme werden heute, an allererster Stelle, damit beworben, wie einfach sie einzurichten sind. Das ist sowas von entlarvend: Damit wird offensichtlich, daß sich solche Systeme ans Schwächlinge, Feiglinge und Luschen richten. In Grund und Boden würde ich mich schämen, wenn ich meinen Kunden sagen müßte, "Diese Anlage empfehle ich, weil ich mir keine Mühe damit geben muß".

    Ich hatte unlängst das Vergnügen, mit jemandem hier aus dem Forum zusammenzuarbeiten, welcher gerade sein Abi gebaut hat und traumwandlerisch sicher und variantenreich mit einer "Hipath" umgehen kann. Und mich vor ein paar Tagen in einer etwas ungewöhnlichen Situation nach fünf Sekunden Nachdenken gleich auf drei mögliche Probleme hingewiesen hat, die mir in drei Stunden nicht aufgefallen waren. Alles ohne jede Ausbildung. Genau weil dieser junge Mann 'ad fontes' geht und somit Zusammenhängen die Chance gibt, daß diese sich ihm erschließen können. Das Webinterface dagegen ist ein bunt bemalter Sarkophagdeckel, der das Wesen der Dinge einschließt.

    Das hat u.a. etwas mit Wärmeleitung zu tun. Kleines Einmaleins. Ich könnte jetzt auch noch etwas von 'Abschirming' erzählen.

    Wenn Du den Unterschied zwischen Relativpronomen und Konjunktion begriffen hast, reden wir darüber, ob der Anwender selbst erkennen kann, wovon er besser die Maus läßt.

    [Edit telthies: Formatierungsfehler breeinigt]
     
  7. SK

    SK Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    ich schildere mal in groben Zügen eine unserer Konstellationen: wie oben schon beschrieben VLAN mit getaggtem Voice-Teil. Als VoIP-Lösung läuft eine Unify OSV mit vorwiegend OS40 SIP (bitte zu Unify keine Kommentare...), dazu noch ein Deployment-Server (DLS) für die Geräteverwaltung. Jetzt nimmt man ein neues SIP-Telefon aus dem Karton und schließt es an. Das Telefon bekommt vom Master-DHCP eine Mitteilung, dass es als Siemens-SIP-Telefon in ein anderes VLAN gehört und seine Adresse vom dortigen DHCP bekommt. Der "Voice"-DHCP vergibt neben der IP-Adresse auch die Adresse des DLS. Das Telefon fragt lediglich nach seiner e.164 mit der es das passende Profil vom DLS abholt.
    Ist zwar stark vereinfacht und für kleinere Umgebungen wohl so nicht praktikabel, aber: letzten Endes können wir original-verpackte Telefone an die Kunden schicken, die schließen es an, geben die Nummer ein und... fertig.
     
  8. Koppelfeld

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Das klappt freilich, wenn der "Master" die Telephone als solche erkennt und entsprechend die 'next-server' - Option vergibt. Die Leute, die sich DHCP und BOOTP ausgedacht haben, kamen nicht auf der Wurstsuppe dahergeschwommen. Habe ich trotzdem ein paar Magenschmerzen, weil es wieder eine kleine "Gemeinsamkeit" zweier Gewerke gibt. Dennoch gilt: Ihr habt das Problem erkannt und eine saubere Lösung erarbeitet und eingesetzt.
    Kommentare zu "Unify" kann ich keine abgeben, ich habe noch nie eine gesehen. Aber akzeptierst Du eine Frage: Warum übernimmt nicht die Anlage auch noch eben den "Provisioning Server" ?
    Ich wüßte - auch in diesen frühen Morgenstunden - gleich auf Anhieb drei Kunden, die mir höchst unangenehme Fragen stellen würden, käme ich auf die Idee, irgendwelche Zusatzserver einzubauen.

    [Anm. telthies: Im Ursprungsthread muß man sich noch diesen http://www.telefonanlagenforum.de/forum/kaufberatung/anlage-gesucht-fuer-apotheke-t5488.0.html;msg31029#msg31029 Beitrag vor den Nächsten denken]
     
  9. SK

    SK Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    na fragen kostet nix, nicht wahr. Und antworten tu ich bei sachlichen Fragen auch immer gern.
    Die OSV ist prinzipiell als Clustersystem mit mehreren (meist 2) Servern designt. Um die angegebene Performance von max. 100k Teilnehmer je Knoten halten zu können hat eben neben der OSV selbst nicht anderes auf den Maschinen etwas zu suchen. Inzwischen ist es so, das die beiden Server bei uns in einer VM laufen, genau wie alle weiteren Peripheriesysteme auch (hierzu zählt dann auch der DLS). Bei uns laufen da als Harware "nur" noch 2 VM-Server und ein Storage-System (wobei da mittelfristig auch die Migration auf das Firmen-Storage angedacht ist). Plus eine KVM-Konsole mach dann in Summe 7 HE im Serverschrank für "läppische" 4,5k Teilnehmer.
    Um es mal mit den Worten von Siemens auszudrücken: Carrier-Class Communication-Server. Und als solcher benötigt er hohe Performance aber keine Provisionierung von Endgeräten. Ist an der Stelle (quasi als netter Nebeneffekt) eine Möglichkeit auch andere Provisionierungs-Server anzubinden.
    Als abgespeckte Variante wird aber für kleinere Lösungen auch ein Einzel(-hardware-)server angeboten auf dem dann neben einer performance- & redundanz-reduzierten OSV auch ein DLS auf der gleichen Hardware läuft.
     
  10. reini5555

    reini5555 Urgestein

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Wie Kollege Koppelfeld sehr treffend geschrieben, absolut unsicher.
    Gerade erst vor kurzem war die Anlage eines Arztes in der Nähe übers Wochenende ein Angriffsziel Eine Aastra wurde per Webinterface gehackt, und so sind es gute 12.000€ Forderung vom Telefonanbieter. Ja es war nachweislich von außen aufs Interface zu gegriffen und Umleitungen geschalten.

    Zudem ist ein Webinterface bestimmt nur Kinderkram, keine Offlinediagnose, jede Änderung wird sofort übernommen und das ist in der Regel schon recht fatal. Ich weis nicht mehr, wie oft ich im Unterricht bei den Schülern die 5020 auf Werksreset bringen musste, weil die sich selbst ausgesperrt hatten.


    Sieht man schon bei den Fritzboxen, nur Schrott durch Wärmeentwicklung.

    Ja das kenne ich auch von Kunden, vor allem geht heute alles in Richtung Stromsparen, da werden Büros auf LED umgerüstet, bei allen Komponenten zählt heute der Verbrauch an Leistung.

    [edit telthies: Formatierungsfehler hoffentlich richtig beseitigt]
     
  11. Kalle2013

    Kalle2013 Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Meine Elmeg Hybird wird nur lauwarm, von daher ist das nicht nur eine Frage des Gehäuses.
     
  12. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Das empfehlen die Hersteller nur zu gerne. Generell ist es aber Jacke wie Hose, ob nun der PBX-Server an sich das Provisioning macht oder dies über eine VM auf dem gleichen Blech erledigt wird. Wir beschäftigen uns fast ausschließlich mit Rechnern, die *nicht* x86 sind, da sind Virtualisierungskonzepte seit den frühen 70ern (VM/CMS) gang und gäbe. Seit den 80ern sitze ich an diesen Kisten. Die IBM-Implementierungen verhalten sich zu "VMWare" ungefähr so wie eine Siemens-Kiste zu Kalles Vogelhäuschen, und trotzdem:
    Genau jetzt haben wir einen Fall, wo ein bestimmtes Programm unter PowerVM 'mal eben die fünffache Ausführungszeit braucht wie direkt auf dem Blech. Trotz wirklich jahrzehntelanger Wirrtualisierungserfahrung würde ich bestimmte Dinge, die deterministisch und zuverlässig laufen sollen, niemals auf einer Wirrtualisierungsumgebung laufenlassen. Mit 4.000 Teilnehmern kann ich nicht aufwarten, aber eine Anlage für 2.500 ebensolche haben wir, natürlich doppelt an unterschiedlichen Standorten, direkt auf Blech und lokales RAID installiert. Da schläft man einfach ruhiger.

    Oh - oh. Den SANs (ausgenommen SHARK / DS8000) mißtraue ich ja noch mehr. Wenn so ein Ding kracht, und typischerweise sorgen gerade die "HA-Lösungen" dafür, daß das wirklich passiert, dann ist Achterbahn. Weil dann wirklich alles steht. Außer dem EDV-Leiter, der fällt. Tief. BTDT.

    Naja: Mit genau 7 HE machen wir bei mehreren Kunden die gesamte EDV plus Telephonanlage.

    Ich weiß nicht, wie die Siemens-Kisten "ticken", aber paketvermittelte Systeme lagern eigentlich den Payload auf die Netzwerkkomponenten aus, sprich die Switches und die Router.
    Konfiguration und Zusatzdateien (Klingeltöne, Hintergrundbilder, Basiseinstellungen) sind ja nicht nur geräteabhängig, sondern unterliegen einem gewissen "Lokalkolorit". Was meinst Du, warum ein Kölner bei seinem "PC" als allererstes die ALT - Taste herausreißt ? Ernsthaft jetzt: Standortabhängig automatisch bei Abruf generierte Konfigdateien waren immer schon eine Grundanforderung an uns, die aber gleichzeitig sehr eng verzahnt ist mit der TK-Anlagenfunktionalität.
     
  13. Koppelfeld

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Nein, Kalle, das ist eine Frage der Entropie. Für Handwerker hat man sich das den "Wärmedurchgang" ausgedacht, als W / (m * K).
    Der liegt bei Wald- und Wiesenstahl, wie er für Gehäuse verwendet wird, bei etwa 50 und bei Plaste bei etwa 0,03. Wenn Du dein Vogelhäuschen in eine Schaumstoffkiste packst, dann fühlt sie sich noch lauwärmer an. Aber frag' doch einmal nach den "inneren Werten".
    Übrigens: Anheben der Betriebstemperatur um 10 K läßt die Lebensdauer eines typischen Elektronikgerätes auf ein Viertel zusammenschmelzen. Deshalb: Metall statt Plaste.
     
  14. reini5555

    reini5555 Urgestein

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Wie schon der Kollege erwähnt hat,
    Plastik ist Wärmedämmung, und da sollte man mal die Kerntemperaturen vergleichen. Und da wird es dann schnell sehr warm, bei dem kleinen Gehäuse müsste ja eine Zwangskühlung eingebaut werden, ja so was habe ich mal bei einer nicht so in Deutschland geläufigen NEC gesehen.
    So ein Handwärmer mag vielleicht im kalten Büro noch für Wärme sorgen, doch heute haben wir in jedem Raum eine Heizung.

    Eine Einplatinenlösung ist zwar für den Hersteller billig zum produzieren, jedoch auch mit dem Nachteil für den Kunden:
    Kommen äußere Einflüsse dazu, kann schon mal ein Eingang abgeschossen werden, nun wird die gesamte Kiste auf den Wertstoffhof wandern, denn ein Tausch ist nicht möglich.
    Tja und schon freut sich der Verkäufer und Hersteller, wieder Umsatz generiert, zu Lasten des Kunden. Und dazu kommt noch, das unter Umständen die alte Datensicherung wegen einer neueren Software sich nicht einspielen lässt, da ja alles per Webinterface abgeht.
     
  15. SK

    SK Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    ja, das Thema Virtualisierung ist ein zweischneidiges Schwert, das wissen wir auch. Aber bei uns überwiegen die Vorteile durch die anstehende Geo-Separierung. Und von wegen dem Storage: wir sitzen mit unserer OSV in einem nicht grad kleinen Rechenzentrum. Das Firmen-Storage ist sehr redundant ausgelegt und bisher (seit mehreren Jahren) ist da trotz diverser Störungen nicht ein bissen Verfügbarkeit verloren gegangen. Das waren bei uns letzthin immer die separaten Blechbüchsen, die einen Service herunter gerissen haben, weil die Hardware an einer Stelle ausgefallen ist, die nicht redundant war.

    Dass Payload auf einem paketvermittelndem Server nicht zu suchen hat ist klar. Selbst die zentralen Ansagen und die Konferenzbridge für Großkonferenzen erledigen dedizierte, verteilte Mediaserver. Klar sollte aber auch sein, dass der reine SIP-Traffic bei 100k Teilnehmern im Maximum schon beeindruckende Größenordnungen annimmt. Und dann muss die OSV sich ja noch durch Konfigurationstabellen von 100k Teilnehmern mit den diversesten Features wühlen und ganz nebenbei noch die Registrierungen der Geräte (bei uns bis zu 5 pro Subscriber) sowie der Leitungstasten aktuell halten, und, und, und... Und das steht dann beim Serverdesign eben im Vordergrund. Einem User bringst du eben nicht bei, dass der Verbindungsaufbau 10 Sekunden länger dauert, weil die Server grad mit anderen Sachen beschäftigt sind. (man hat ja schon Probleme, den Usern das Prinzip der Blockwahl nahe zu bringen, wenn sie vorher Jahrzehnte lang mit schritthaltender Wahl gearbeitet haben.)
     
  16. telthies

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Jahrzehnte werden nicht reichen, um den IT-Fuzzis beizubringen, daß der User nicht der Dummdödel ist der ihre genialen Werke nicht begreift, sondern derjenige, für den der ganze Zirkus veranstaltet wird und der ihn bezahlt. Also bringt Euren Kisten verdammt nochmal schritthaltende Wahl bei, das ist kein Bug, das ist ein Feature ! ! !

    Es ist einfach eine Realität - auf die ein Produktdesigner einzugehen hat - daß erstens nicht alle Menschen hervorragende Zahlenmerker sind, und daher eine Mehrheit Ziffern tröpfelnd eintippt; und zweitens daß auch ab und an mal ein konzentrationsstörendes Geräusch in ein Ziffernkolonneneintippen hineinfunkt und den Eintipper kurz innehalten läßt. Ich - aber andere König Kunden sehen das anders - hätte für meinen Teil nichts dagegen, die Wahl erst abschließend mit der Leitungs- bzw. Freisprechtaste auszulösen. Aber nur, wenn dadurch keine Zeit verschenkt würde. Dazu müßte dann die Anlage aber wie bei der schritthaltenden Wahl mit dem Eintippen der ersten Ziffer damit beginnen, einen freien Kanal zu suchen und zu reservieren.

    Technische Rückschritte im Bedienkomfort brauche ich jedenfalls nicht, auch nicht wenn mir jemand erklärt warum das aus Sicht der Nullen und Einsen logischer wäre. Nicht Die bezahlen die Musik, sondern ich.
     
  17. Koppelfeld

    Koppelfeld Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Nicht für mich. Mein Server läuft auch ohne User. Mußte 'mal gesagt werden.

    Also, ich behandle jeden Kunden wie einen König - sobald er sich wie ein solcher benimmt.

    Wie jetzt ? Freier Kanal ? Das hast Du ja alles nicht bei VoIP. In dem Moment, wo Du auf "Wählen" drückst, wird der Verbindungsaufbau initiiert - das dauert weniger als 100 ms. Erst, wenn die Gegenstelle abhebt, wird der Sprachkanal aufgebaut, das dauert in etwa nochmal so lange. Und das ist GUT so. Erstens kann ich "Kanäle" haben so viel ich will, zweitens werden nicht, wie bei ISDN, die Sprachkanäle allein schon dadurch belegt, daß ich wähle.
    DRITTENS: Der User ist auch noch schneller, denn bei vielen Verbindungen "weiß" die Anlage gar nicht, wann die Nummer "zuende" ist und mann muß eine "künstliche" 3-Sekunden-Pause einlegen. Neee, neee.

    ... sagte der User und reklamierte, daß er nicht mehr durch schnelles intermittierendes Drücken des Gabelumschalters qua "Impulswahl" wählen konnte.
     
  18. telthies

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    das ist mir doch scheißegal. Der Benutzer einer Telefonanlage will:
    1) aus psychologischen Gründen ein beruhigendes Tuuuuut, wenn er einen Wähl- und Verbindungsweg belegen will
    2) keine Belehrungen darüber, wie dieser Weg konstruiert ist
    3) einen raschen Verbindungsaufbauerfolg
    4) eine ordentliche Verbindungsqualität
    5) nicht tot umfallen, wenn die Rechnung kommt.
    Es ist ihm egal - und m.E. darf es ihm auch egal sein - wie die Befriedigung seiner Wünsche zustandekommt. Wer nicht wissen will, wie Würste und Gesetze gemacht werden, den interessiert auch nicht, ob sein Sprachschall über das Transportmedium linksdrehender Himbeersaft in Gasleitungen mit sieben Grad windschief gewundenem dreieckigem Querschnitt verschickt wird, der will damit garnicht behelligt werden sondern wirklich nur die mit dem Tuuuuut beginnende Erfolgsgeschichte haben. Ohne daß ihm Informatiker mit veganermäßigem Naserümpfen erklären, daß das ethisch gegenüber den armen Nullen und Einsen nicht ganz fair sei. Und er will Begriffscontainer wie "Leitung" für etwas verwenden, das er als Leitung benennt, weil er es so gewohnt ist und nicht, weil das zu Großvaters Zeiten physikalisch auch zutreffend war. Wenn Spätzle nur an Leute verkauft würden, die sie nicht zu den Nudeln zählen, dann könnten Spätzlehersteller nur an Schwaben verkaufen. Märkte sind nicht Philosophie, sondern Kunden sind Realität. Außerhalb akademischer Schutzräume werden reine Lehren zu reinen Leeren. Ich halte es mit diesem komischen Vogel "Kunde" schon seit mehr als 23 Jahren aus, und ich gestehe, daß ich ihn verstehe, weil ich selber auch nicht besser bin. Ich messe eine Telefonanlage nicht an dem Jahrhundert das in ihrem Koppelfeld und auf ihrer "Amtsseite" stattfindet, sondern daran, ob sie für mich die Bedienoberfläche "computergesteuerte Reihenanlage" authentisch simuliert. Mit steigender allgemeiner Lebenserwartung nimmt eben auch die Starrköpfigkeit derer zu, die von den IT-Fuzzis "User" genannt werden. Macht nix - Diejenigen, die zu den gleichen real existierenden Benutzern "Bewohner" sagen, haben für viel weniger Lohn viel mehr Streß damit. Mag sein, daß ich aus nachrichtentechikinschinörischer Sicht ein ignoranter Bit- und Byteschänder bin, aber ich bin nun´mal der Kunde (bzw. sein Anwalt).
     
  19. SK

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    nutzt du ein Mobiltelefon (aka Händiii)? Hast du gegenüber den Herstellern/Providern/Verkäufern mit den gleichen Argumenten deine Bedenken geäußert? Hat das den Siegeszug der Mobilfunktechnik auf irgendeine negativ Art beeinflusst, dass:
    1. man plötzlich kein "beruhigendes Tuuuuut" mehr hatte
    2. niemand belehrt wurde. es hieß nur: "damit kannst ortsunabhängig telefonieren".
    3. wann hast du beim Mobiltelefon das letzte mal einen signifikant langsameren Verbindungsaufbau als im Festnetz gehabt?
    4. siehe 3., ersetze "langsameren Verbindungsaufbau" durch Sprachqualität (schlechter Empfang zählt hier nicht, damit umzugehen ist jeder "Mobilfunker" gewohnt)
    5. es reihenweise Tarife bei den Mobilfunkprovidern gibt, die deutlich günstiger (ich schreibe hier bewusst nicht "billiger"!) als Festnetzangebote sind

    genau das gleiche passiert seit einigen Jahren mit VoIP, wobei es hier schlicht zu einer Angleichung der Bedienart der Festnetztelefonie zu der schon seit langem gewohnten Mobilfunktelefonie kommt.

    Wenn der (neue VoIP)-Nutzer z.B. mal wieder über Blockwahl lamentiert ist es aus Erfahrung immer ein recht gutes Argument, wenn man ihm antwortet: "beim Händii machen Sie das doch schon seit Jahren genau so". Ist halt nur schwierig, wenn der Nutzer sich schlicht aus starrsinniger Gewohnheit dagegen sperrt, aber die meisten anderen bekommt man auf der Linie überzeugt das VoIP kein Hexenwerk ist.
    Zum Thema "beruhigendes Tuuuuut": das hat heutzutage nur noch Gewohnheitswert (auch bzw. gerade aus psychologischer Sicht). Einen wirklichen Sinn kann ich da nicht mehr erkennen, egal ob bei VoIP oder klassischer Telefonie.
     
  20. telthies

    telthies Urgestein

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    Ich besitze ein Handy (weil man kaum noch erwachsene Festeinbau-Autotelefone bekommt und weil im Notfall wenige von weitem kaum erkennbare hüfthohe Säulen mit rosanen Handapparaten weniger nützlich sind als viele knallgelbe Häuschen) und nutze es stark überwiegend passiv. Aus der Gewohnheit des C-Netzes habe ich im D-Netz einfach vorausgesetzt, daß auch da die Nummer aufenthaltsortsunabhängig ist.

    das wird aber auch in weiter Zukunft noch konstant ein entscheidender Verkaufsfaktor sein, ob ein Produkt darauf eingehen kann, daß der Mensch psychologisch noch immer die Version 1.0 ist, das ändert Fortschritt nicht, weil es schon Kultur nicht geändert hat. Das BIOS bleibt Fressen und F***en, mehr geht in 640 kB auch nicht rein. Dieser Realität müssen sich Alle, die Produkte designen und verkaufen wollen stellen. Das muß man nicht schön finden, aber am Ende jedes Tages zeigt sich, daß es immer noch die Hosen anhat. Auch die Spendierhosen.
     
  21. SK

    SK Regelmäßig anwesend

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    Re: Anlage gesucht für Apotheke

    nun ja, eigentlich nicht Version sondern eher Generation. Und die Generation "ich brauch mein tuuuut..." wird über kurz oder lang aussterben. Evolution heißt eben auch, sich an Dinge zu gewöhnen die anders sind als man sie gewohnt ist. Ob das besser oder schlechter ist als das althergebrachte spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Würden die Kinder ihr Leben immer genau so leben wie ihre Eltern ihnen das beigebracht und vorgemacht haben würden wir heute immer noch zu Fuß gehen und unser Fleisch roh essen. (ja, ich weiß, solche Evolutionsresistenten gibt es auch immer noch vereinzelt)
     

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